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In den Klassenstufen 7 bis 10 sind die Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 17 Jahren alt und durchleben in ihrer Entwicklung eine gemeinhin von Eltern und Lehrerinnen und Lehrern als schwierig empfundene Phase, die durch vielfältige Auseinandersetzungen über die Einhaltung von Regeln im Alltag, über die Bedeutung von Unterricht und Unterrichtsinhalten sowie ein für die Mitmenschen akzeptables Auftreten gekennzeichnet ist.
Eine gängige Erklärung für die von vielen Erwachsenen beklagten Reibungen liegt sicherlich darin, dass das Alltagsleben von Jugendlichen heute weit weniger als in der Vergangenheit durch als selbstverständlich akzeptierte Normen bestimmt ist und stattdessen Vorlieben und Trends das Verhalten lenken, die sich in kurzen Zeitabständen verändern können.
Äußere Anzeichen können bestimmte Kleidungsstücke, Schmuck oder Frisuren sein, doch auch die bevorzugte Musik, Filme, PC-Spiele und der Fußball-Verein spielen eine wichtige Rolle bei der Definiton der eigenen Identität.
Thomas Ziehe, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Hannover, beschreibt diese Phänomen mit dem Satz: "Die 'Selbstversorger' von heute basteln sich ihre eigenen Welten zusammen, die Bauteile hierfür entnehmen sie überwiegend einer breit gestreuten Populärkultur".
Für Lehrerinnen und Lehrer stellt sich somit die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler im Unterricht für "andere Welten" zu gewinnen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen, die jenseits der jugendlichen Eigenwelten liegen. Dabei lassen sich beeindruckende Erfolge erreichen, wie z.B. die Aufführungen der Kurse im Darstellenden Spiel, die Auftritte der Mittelstufen-Band und anderer Musik-Gruppen oder die im Wahlplfichtbereich in Informatik und im Naturwissenschaftlichen Praktikum erzielten Ergebnisse zeigen.
Für die Gestaltung des Unterrichts ergibt sich zudem die Schlussfolgerung, dass die selbstständige Arbeit der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gerückt werden muss, die die Themen des Rahmenplans zu "eigenen Themen" macht. Selbst erarbeitete Ergebnisse, die anderen präsentiert werden, bleiben zudem viel eher im Gedächtnis haften als im fragend-entwickelnden Unterricht "besprochene" Inhalte. Eine besonders erfolgversprechende Vorgehensweise bieten dabei die am Heisenberg-Gymnasium eingesetzten kooperativen Lernformen, durch die Schülerinnen und Schüler dazu angehalten werden, Verantwortung für das Gelingen der gemeinsamen Sache zu übernehmen.
Ferner spielen in diesem Zusammenhang auch die vielfältigen Angebote und Aktivitäten zur Berufsorientierung eine hervorragende Rolle. Bei der Arbeit mit dem ab der 8.Klasse im Fach PGW verwendeten Berufswahlpass erkennen die Schülerinnen und Schülern, wie sie ihre Stärken nutzen und an der Überwindung von Schwächen arbeiten können.
Eine weitere Aufgabe ist es, Regeln jeden Tag aufs Neue durchzusetzen, ohne dass sie als selbstverständlich vorausgesetzt werden können. Es kommt darauf an, einen Rahmen zu vorzugeben, an dem sich Schülerinnen und Schüler in ihrem Verhalten orientieren. Die Leitlinien für die Zusammenarbeit am Heisenberg-Gymnasium sagen den Schülerinnen und Schülern, was von Ihnen erwartet wird und welche Regeln nicht verhandelbar sind.
Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Setzung von Normen alleine nicht ausreicht. In der Arbeit mit Jugendlichen sind gemeinsam entwickelte Vereinbarungen langfristig wirkungsvoller, während mit Anordnungen und Strafen nur wenig zu erreichen ist. Deshalb legen wir großen Wert darauf, auf Fehlverhalten und Konflikte mit intensiven Gesprächen zu reagieren, die Disziplinarmaßnahmen nach § 49 des Hamburgischen Schulgesetzes überflüssig machen.