Als Reaktion auf das schwache Abschneiden deutscher Schüler bei der internationalen Vergleichsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) befasste sich eine Enquete-Kommission der Hamburgischen Bürgerschaft mit der Frage, welche Konsequenzen für die Schulen in Hamburg zu ziehen seien.
Eine der Forderungen dieser aus namhaften Wissenschaftlern und Fachpolitikern bestehenden Kommission an die Schulen in Hamburg lautete:
"Unter Berücksichtigung der Bildungsstandards ... [ist] der Unterricht durch aktive Lernphasen individuell und passgenau auf die Schülerinnen und Schüler auszurichten. Es sind möglichst individuelle Aufgaben zu stellen und individuelle Lernvereinbarungen zu schließen."
(Quelle: "Konsequenzen der neuen PISA-Studie für Hamburgs Schulentwicklung"
Bericht der Enquete-Kommission der Bürgerschaft, 2007)
Dieser Gedanke liegt der Arbeit mit Förderplänen zugrunde, die immer dann eingesetzt werden, wenn einzelne Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe Probleme mit der Mitarbeit haben und deswegen in ihren Leistungen nachlassen. Ausgangspunkt ist ein Entwicklungsgespräch, an dem in der Regel auch die Eltern teilnehmen.
Im Gespräch wird geklärt , warum es zu Schwierigkeiten beim Lernen gekommen ist und was helfen könnte, die Probleme zu überwinden.
Am Ende werden in einem Förderplan Lernschritte festgehalten, die eine Schülerin / ein Schüler in einem Zeitraum von 6 Wochen unternimmt, um Schwächen auszugleichen. Es ist Aufgabe der Schülerin / des Schülers, über die eigenen Anstrengungen ein Lerntagebuch zu führen und sich bei Problemen an die Lehrer zu wenden.
Damit soll den betroffenen Schülerinnen und Schüler verdeutlicht werden, dass sie selbst die Verantwortung für das eigene Lernen tragen und erwartet wird, dass sie dieser Verantwortung gerecht werden.
Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler bieten Lernverträge eine Chance, sich eigene Ziele zu setzen und mit dem Klassenlehrer oder dem Koordinator für die Mittelstufe Maßnahmen zu vereinbaren, die ihnen das Erreichen dieser Ziele erleichtern. Dazu gehören insbesondere Projekte, die die Schülerinnen und Schüler nach dem sog. "Drehtürmodell" durchführen, das im Schuljahr 2007/08 erstmals erprobt wird. Das Drehtürmodell ist ein Angebot unserer Schule, mit dem wir besonders leistungsstarke und interessierte Schülerinnen und Schüler stärker fördern und motivieren wollen. Es bietet die Möglichkeit, sich in der Schule eigenständig und unabhängig vom Unterricht über einen längeren Zeitraum mit einem größeren selbstgewählten Thema zu beschäftigen. Der Kerngedanke ist, dass die Schülerinnen und Schüler in einem Fach über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen während der Unterrichtzeit den Unterricht verlassen und an einem Projekt eigener Wahl arbeiten, z.B. an einem Beitrag zu einem Wettbewerb. Sie nehmen an Klassenarbeiten teil, sind aber sonst vom Unterricht freigestellt, bis sie nach Abschluss des Projekts wieder in den laufenden Unterricht zurückkehren. So wird die Klassentür für einige Schüler/innen zur Drehtür zwischen individueller Forderung und Förderung und dem regulären Unterricht.