Roberta

Roberta im Bau

Kurse und Projekte

Roberta - Mädchen erobern Roboter

So heißt ein Projekt, das Mädchen in die spannende Welt der Robotik einführen soll. Es wurde vom Fraunhofer Institut Autonome Intelligente Systeme (AIS)entwickelt, um besonders bei Mädchen das Interesse für Technik, Naturwissenschaften und Informatik zu wecken. In Hamburg wird das Projekt Roberta vom Women's Competence Center der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) seit 2004 angeboten und von Studentinnen geleitet. Doch seit kurzem erobern "Roberta" und ihr männliches Gegenstück "Robert" auch Harburgs Schulen.

Davon berichtet hier Frauke Augstein

Wir, der NWP Kurs 9 des Schuljahres 2006/2007, nahmen im Sommer 2007 an eben einem solchem Roberta-Kurs teil. Roberta kam an zwei Nachmittagen zu uns in die Schule. Wir teilten die Gruppe, so dass am ersten Nachmittag die Mädchen und am zweiten die Jungen mit den Robotern arbeiten durften.

Roberta wird programmiert

Denkt man an Roboter, stellt man sich meistens irgendwelche komplizierten Geräte vor, die allerlei nützliche Arbeit verrichten, dort wo Menschen zu ungenau wären oder wo es ihnen nicht möglich ist zu existieren. Kann man solche Geräte einfach erobern? Ist es überhaupt möglich an bloß einem Nachmittag zu lernen, wie man sie baut und programmiert? Ja, eigentlich ist es ganz einfach!

Am 23.05.2007 fand der Kurs der Mädchen, an dem auch ich teilnahm, statt. Wir trafen uns im Computerraum H11 in der Schule. Nach einer kleinen Einführung in die Einsatzmöglichkeiten von Robotern durften wir selber ran. Wir bekamen jeweils zu zweit einen LEGO-Mindstorm-Baukasten und eine Anleitung zum Zusammenbauen. Mit der Anleitung ging das Zusammenbauen der Roboter ganz einfach. Das Gute am selber bauen ist, dass man gleich die Funktionen der verschiedenen Teile kennen lernt, die man später benötigt. Neben den normalen Legoteilen und dem Motor waren auch ein Lichtsensor, zwei Berührungssensoren und ein großer Baustein, das "Gehirn" des Roboters, im Baukasten.

Nachdem wir uns durch die Anleitung gehangelt und den Roboter zusammen gebaut hatten, gaben wir ihm ebenfalls aus Legosteinen noch ein individuelles Design. Legosteine sind im Übrigen ein wunderbares Baumaterial, wenn man schnell sein will und auch im Nachhinein noch etwas verändern können muss. Also perfekt zum Bauen seines ersten Roboters.

Experiment

Dann ging es ans Programmieren. Das zu diesem Zweck entwickelte Programm ist einfach und gut. Es gibt unterschiedliche Befehle, wie zum Beispiel "vorwärts fahren", "nach links drehen", aber auch "Singen" und vieles mehr. Diese Befehle setzt man nun visuell am Computer aneinander, so dass man zum Beispiel eine Folge wie diese hat: drei Sekunden vorwärts fahren, dann zwei Sekunden nach links fahren, dann einmal piepsen, dann alles wiederholen, dann... . Im nächsten Schritt kann man die Sensoren einbauen und in der Programmierung berücksichtigen, indem man den Befehl erteilt "wenn Sensor berührt, dann tue folgendes...".

Nachdem wir uns mit der Technik vertraut gemacht hatten, bekamen wir Aufgaben.
Wir sollten den Roboter auf einer schwarzen Linie fahren lassen. Dazu benutzen wir den Lichtsensor. Wir befahlen dem Roboter, immer, wenn er nicht Schwarz "sieht", nach rechts zu fahren, bis ihm die Sensoren melden, dass er wieder auf der schwarzen Linie ist.

die Gruppe

Es funktionierte.
Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man die Technik beherrscht und nicht die Technik einen selbst.

Als alle diese Aufgabe bewältigt hatten, machten wir ein Experiment. Wir ließen zwei Roboter miteinander kommunizieren. Wir gaben dem einen Roboter die Funktion "Junge" und dem anderen die Funktion "Mädchen", dann ließen wir sie miteinander flirten. Der Junge schickte dem Mädchen Signale und sie reagierte auf ihn, indem sie auf ihn zu rollte und ihm dann ebenfalls ein Signal schickte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang uns das Experiment. Unser größtes Problem dabei waren die anderen Roboter, die auch ihre Signale in den Raum sandten. So wurden die Signale zwischen den kommunizierenden Robotern gestört, so dass sie auf einmal andere Befehle ausführten.

Auch an diesem Experiment sieht man, dass Roboter nicht nur was für eingefleischte Technikfreaks sind, sondern dass der spielerische Umgang mit Robotern jeden begeistern kann. Man muss sich nur auf die Technik einlassen. Um 16.00 Uhr ging der Tag mit Roberta zu Ende. Es war ein spannendes Erlebnis, bei dem auch der Spaß nicht zu kurz kam und ich freue mich schon auf weitere Begegnungen mit der Technik, die in unserer Zeit immer wichtiger wird.

Frauke Augstein